Die Geschichte klingt fast wie in einem schlechten Film.
Die langjährige Journalistin beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Sonja Sagmeister, sollte mit dem Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft von Österreich, Martin Kocher (ÖVP), ein Interview führen. Die Fragen und Themen sollen ihr von der Ressortleiterin vorgegeben worden sein ¹.
Durch die Absprachen zwischen dem Ministerbüro und der ORF-Wirtschafts-Ressortleitung fühlte sich die Journalistin allerdings in ihrer Unabhängigkeit bedroht und stellte daher eigene Fragen ².
Die Folge der "unbotmäßigen" Fragen war wohl erst die Versetzung ins ORF-Todesarchiv und später die Kündigung ³. Angeblich wegen nicht genehmigter Nebentätigkeiten Sagmeisters in Afrika ⁴ ...
ZiB-Kollegin musste ins "Todes-Archiv", sie klagt ORF
Sonja Sagmeister (48) wirft dem ORF Benachteiligung vor: Nach der Ablehnung einer politischen Intervention soll sie versetzt worden sein.
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Nach einem Streit rund um ein Ministerinterview soll die Wirtschaftsredakteurin nur noch prophylaktische Nachrufe verfassen dürfen. Stimmt nicht, sagt der ORF²
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ORF-Pleite vor Gericht: Gekündigte Redakteurin muss wieder angestellt werden
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Beschwerde von Ex-ORF-Redakteurin gegen ORF abgewiesen
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Meinung:
Wo sind wir denn hier, wenn eine Journalistin nicht die Fragen stellen darf, die sie für wichtig und interessant hält? Wenn ein Politiker mit unerwarteten, vorher nicht abgesprochenen Fragen nicht umgehen kann, dann ist er womöglich falsch in seinem Amt?
Die Begründung des ORF, dass nicht genehmigte Nebentätigkeiten der Grund für die Kündigung gewesen seien, erscheint mir fadenscheinig. Immerhin legt der ORF sehr viel Wert darauf, dass seine Landesdirektoren und 62 höchstbezahlten Mitarbeiter ihre Nebenbeschäftigungen offenlegen. Warum sollte also gerade eine unbequeme Journalistin ihre Nebentätigkeiten nicht auch angegeben haben?
Ich wünsche Fr. Sagmeister auf jeden Fall viel Glück in der zweiten Instanz!
