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Blog

Ein Strauß schaut in die Kamera, daneben steht ein OBS Schild
Robert Zerbe / Ein Strauß schaut in die Kamera, daneben steht ein OBS Schild / ComfyUI - flux1-schnell-fp8

Nicht den Kopf in den Sand stecken!

Blog 07. Juni 2025

In den letzten Tagen hat mich eine nette Dame kontaktiert und um Hilfe gebeten. Nach einer zweiten E-Mail wurde mir klar, dass sie bereits im Februar einen Bescheid bekommen hatte und gegen diesen erst Anfang April Beschwerde eingelegt hatte. Dieser Bescheid ist nun nach Ablauf der Frist leider rechtskräftig.
Wenn ihr Briefe von der OBS bekommt, steckt nicht den Kopf in den Sand und tut nichts, sondern lest sie durch und beachtet die angegebenen Fristen. Diese könnt ihr für den jeweiligen Brief hier nachlesen.

Wenn ihr eine Zahlungsaufforderung bekommt, fordert einen Bescheid an!
Wenn ihr einen Bescheid bekommt, legt Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein!

 

Meinung:
Ihr könnt euch auf verschiedene Arten gegen die OBS wehren und Widerstand leisten. Nur eines dürft ihr nicht tun: nichts!

Mehrere Richter sitzen in einem Gerichtssaal mit einem großen Bildschirm auf dem "Massenverfahren ORF" steht
Robert Zerbe / Mehrere Richter sitzen in einem Gerichtssaal mit einem großen Bildschirm auf dem "Massenverfahren ORF" steht / ComfyUI - flux1-schnell-fp8

Verfassungsgerichtshof erklärt ORF-Beitrags-Verfahren zu „Massenverfahren“

Blog 16. März 2025

Dieser Blogbeitrag enthält, mit freundlicher Genehmigung der Kanzlei Todor-Kostic, Informationen zum Thema Erklärung des ORF-Beitrags-Verfahren zum Massenverfahren.

 

🔴 BREAKING NEWS: VFGH ERKLÄRT ORF-BEITRAGS-VERFAHREN ZU „MASSENVERFAHREN“❗️
WAS BEDEUTET DAS❓ ¹

🔻Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat mit beigefügtem Beschluss (Download ²) vom 11.03.2025, E 4624/2024, gem. § 86a VfGG, ausgesprochen, dass Grund zur Annahme besteht, beim VfGH werde eine erhebliche Anzahl von Beschwerden gegen die Vorschreibung des ORF-Beitrages eingebracht. Demzufolge werden alle beim Bundesverwaltungsgericht anhängigen Verfahren zum Zeitpunkt der (noch vorzunehmeden) Kundmachung des Bundeskanzlers im Bundesgesetzblatt unterbrochen. Dazu gehören auch alle Verfahren, die aufgrund von über das Rechtschutzpaket der Kanzlei Todor-Kostic Rechtsanwälte eingebrachte Beschwerden eingeleitet wurden, welche aktuell zu hunderten noch offen sind.
 
🔻In den bisher beim VfGH eingelangten Beschwerden behaupteten die Beschwerdeführer, ihre verfassungsgesetzlich gewährleisteten Rechte auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz und auf Unversehrtheit des Eigentums würden durch den ORF-Beitrag verletzt. Zudem würden das ORF-Beitrags-Gesetz 2024 und das ORF-Gesetz gegen das Bestimmtheitsgebot der Bundesverfassung verstoßen. Es sei unsachlich, dass die Beitragspflicht auch dann eintrete, wenn man keine ORF-Angebote konsumiere oder diese nicht konsumieren könne. Alle diese Argumente, die auch in den über das Rechtschutzpaket eingebrachten Beschwerden enthalten sind, prüft der VfGH derzeit. Dazu sollen auch konkrete Rechtssätze veröffentlicht werden.
 
❓Was bedeutet dies konkret:
 
▪️Das Bundesverwaltungsgericht darf diese ORF-Beitrags-Verfahren erst fortsetzen, wenn der VfGH über die Verfassungsmäßigkeit des ORF-Beitrages entschieden hat, sofern es sich nicht um Zwischenverfügungen handelt, die durch das bevorstehende Erkenntnis des VfGH nicht beeinflusst sein können (§ 86a Abs 3 Z 1 a VfGG).

▪️ Die Beschwerdefrist (gemeint wohl an den VfGH gegen Erkenntnisse des Bundesverwaltungsgerichts) beginnt nicht zu laufen; eine laufende Beschwerdefrist wird unterbrochen (§ 86a Abs 3 Z 1 b VfGG). Achtung: Diese Anordnung bezieht sich unseres Erachtens nur auf Fristen für Beschwerden an den VfGH und nicht auf Beschwerden gegen Bescheide der OBS, da durch dieses Rechtsmittel das Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht erst anhängig gemacht wird.

▪️Ebenso besteht offenbar keine Fristenhemmung für Revisionen beim VwGH, weil in § 86a Abs 3 Z 1 b VfGG expressis verbis nur von Beschwerden (gemeint wie erwähnt wohl nur an den VfGH) die Rede ist. Die von der Kanzlei Todor-Kostic Rechtsanwälte zuletzt ausgearbeitete Revision (Wir danken allen Spendern ganz herzlich!), welche beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH) am kommenden Montag eingebracht wird, bleibt daher aufrecht!
 
⛔️ Wir bitten, diese Erstauskünfte noch mit Unverbindlichkeit zur Kenntnis zu nehmen, da diese noch unter Vorbehalt von Änderungen aufgrund weiterer Recherchen stehen. Sobald wir Neuigkeiten für Sie haben, werden wir uns wieder melden! Nach unserem derzeitigen Rechtsverständnis der Gesetzeslage sind Bescheide der OBS trotz dieses erklärten Massenverfahren im Zweifel weiter zu bekämpfen! Dies, um eine Rechtskraft und Vollstreckbarkeit des ORF-Beitrags zu vermeiden und ein Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht anhängig zu machen, welches dann mit der Kundmachung des gegenständlichen VfGH-Beschlusses als unterbrochen gilt!

👉 Wenn Sie noch zusätzliche Informationen zu diesem Thema haben oder Diskussionsbeiträge dazu schreiben oder Fragen stellen wollen, folgen Sie bitte auch dem Grundrechtsblog von Alexander Todor-Kostic unter t.me/AlexanderTodorKostic ✅

 

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Auch diverse Zeitungen haben das Thema bereits aufgegriffen.

 

ORF-Beitrag: VfGH setzt gegen Flut an Beschwerden auf "Massenverfahren"

Der Verfassungsgerichtshof prüft die ORF-Finanzierung auf Verfassungskonformität und bremst gleichzeitig die Flut von (gleichlautenden) Beschwerden gegen den ORF-Beitrag.
MSN Artikel lesen

 

Gebührenstreit eskaliert: VfGH friert alle ORF-Verfahren ein

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat einen außergewöhnlichen Schritt gesetzt: Die Vielzahl von Beschwerden gegen das umstrittene ORF-Beitragsgesetz sowie gegen den Paragraphen 31 des ORF-Gesetzes wurde zu einem sogenannten “Massenverfahren” erklärt.
exxpress Artikel lesen

 

Der Anwalt Beneder hat sich zum Thema auch in einem Video geäußert.
Darin beschreibt er unter anderem, dass zum ORF-Beitrag anhängige Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht unterbrochen werden müssen, bis über die Verfassungsmäßigkeit des ORF-Beitrags entschieden wurde ³.
YouTube-Video anschauen

 

Meinung:
Es ist auf der einen Seite erfreulich, dass laufende Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht unterbrochen werden und auf der anderen Seite noch ausstehende Verfahren nicht sofort mit ähnlichen Begründungen vom Bundesverwaltungsgericht einfach abgelehnt werden.
Es wird Zeit, dass viele dringende Rechtsfragen endlich geklärt werden. Ein paar dieser Fragen findet ihr hier.

 

¹ Quelle: https://t.me/StopppORFBeitrag/749
² Quelle: https://www.vfgh.gv.at/downloads/VfGH-Beschluss-E-4624_2024-vom-11.03.2025.pdf
³ Quelle: https://www.vfgh.gv.at/medien/ORF-Beitrag-Masseverfahren.de.php

Eine breite Straße ist für das Volksbegehren ORF-Haushaltsabgabe NEIN mit vielen Menschen abgesperrt
Robert Zerbe / Eine breite Straße ist für das Volksbegehren ORF-Haushaltsabgabe NEIN mit vielen Menschen abgesperrt / ComfyUI - flux1-schnell-fp8

Kundgebung: ORF-Haushaltsabgabe NEIN Volksbegehren

Blog 23. Februar 2025

Mit freundlicher Unterstützung von Thomas aus der Community habe ich folgende Info für euch:

Am 23.03.25 ab 14 Uhr ist am Theseustempel im Volksgarten in Wien eine Demo gegen die ORF-Haushaltsabgabe geplant.

Ablaufplan:

  • 14 Uhr: Treffpunkt am Theseustempel im Volksgarten
  • 15 Uhr: Stadtspaziergang Theseustempel – Minoritenplatz – Freyung – Graben – Pestsäule – Stock-im-Eisen-Platz – Kärnterstraße – Oper – Opernring – Burgring – Heldenplatz – Parlament

Sprecher:

  • Mag. Robert Marschall
  • Mag.a jur. Sissi Kotterer
  • Leo Klinke

Quelle: https://www.freiland.jetzt/blog/2025/02/17/orf-haushaltsabgabe-nein-volksbegehren/

 

Meinung:
Robert Marschall ist auch Bevollmächtigter des Volksbegehrens ORF-Haushaltsabgabe NEIN, welches ich bei den Möglichkeiten des Widerstands unter Volksbegehren unterschreiben sowie in meinem Blogbeitrag Update zum Volksbegehren "ORF-Haushaltsabgabe NEIN" erwähnt habe. Nutzt die Gelegenheit und geht dorthin, um gegen die ORF-Haushaltsabgabe zu demonstrieren und unterschreibt das Volksbegehren ab 31.03.25!

Eine Frau sitzt bei Kerzenschein im Todesarchiv des ORF
Robert Zerbe / Eine Frau sitzt bei Kerzenschein im Todesarchiv des ORF / ComfyUI - flux1-schnell-fp8

Das ORF-Todesarchiv

Blog 06. Februar 2025

Die Geschichte klingt fast wie in einem schlechten Film.
Die langjährige Journalistin beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Sonja Sagmeister, sollte mit dem Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft von Österreich, Martin Kocher (ÖVP), ein Interview führen. Die Fragen und Themen sollen ihr von der Ressortleiterin vorgegeben worden sein ¹.
Durch die Absprachen zwischen dem Ministerbüro und der ORF-Wirtschafts-Ressortleitung fühlte sich die Journalistin allerdings in ihrer Unabhängigkeit bedroht und stellte daher eigene Fragen ².
Die Folge der "unbotmäßigen" Fragen war wohl erst die Versetzung ins ORF-Todesarchiv und später die Kündigung ³. Angeblich wegen nicht genehmigter Nebentätigkeiten Sagmeisters in Afrika ⁴ ...

 

ZiB-Kollegin musste ins "Todes-Archiv", sie klagt ORF

Sonja Sagmeister (48) wirft dem ORF Benachteiligung vor: Nach der Ablehnung einer politischen Intervention soll sie versetzt worden sein.
Heute Artikel lesen

 

ORF-Journalistin klagte nach Versetzung ins Todesarchiv: ORF kündigt sie jetzt

Die langjährige ORF-Journalistin Sonja Sagmeister klagt vor Arbeitsgericht und legte Beschwerde bei Aufsichtsbehörde KommAustria ein. Danach kündigte sie der ORF. Die Hintergründe.
³OE24 Artikel lesen

 

Prozess um ORF-Redakteurin, die mehr als nur Nachrufe verfassen will

Nach einem Streit rund um ein Ministerinterview soll die Wirtschaftsredakteurin nur noch prophylaktische Nachrufe verfassen dürfen. Stimmt nicht, sagt der ORF² 
Der Standard Artikel 1 lesen
¹ Der Standard Artikel 2 lesen

 

ORF-Pleite vor Gericht: Gekündigte Redakteurin muss wieder angestellt werden

Die gefeuerte "ZiB"-Redakteurin Sonja Sagmeister hatte sich wegen "unbotmäßiger Fragen" mit ihrer Ressortleiterin überworfen. Der ORF ist "überrascht".
² ⁴ Kurier Artikel lesen

 

Beschwerde von Ex-ORF-Redakteurin gegen ORF abgewiesen

Das Bundesverwaltungsgericht sah die Unabhängigkeit von Sonja Sagmeister bei einem Interview mit dem Wirtschaftsminister gewahrt.
Die Presse Artikel lesen

 

Meinung:
Wo sind wir denn hier, wenn eine Journalistin nicht die Fragen stellen darf, die sie für wichtig und interessant hält? Wenn ein Politiker mit unerwarteten, vorher nicht abgesprochenen Fragen nicht umgehen kann, dann ist er womöglich falsch in seinem Amt?
Die Begründung des ORF, dass nicht genehmigte Nebentätigkeiten der Grund für die Kündigung gewesen seien, erscheint mir fadenscheinig. Immerhin legt der ORF sehr viel Wert darauf, dass seine Landesdirektoren und 62 höchstbezahlten Mitarbeiter ihre Nebenbeschäftigungen offenlegen. Warum sollte also gerade eine unbequeme Journalistin ihre Nebentätigkeiten nicht auch angegeben haben?

Ich wünsche Fr. Sagmeister auf jeden Fall viel Glück in der zweiten Instanz!

Ein großer, leerer Platz auf dem verstreut alte Fernsehgeräte und zerknüllte Zahlungsbescheide liegen
Robert Zerbe / Ein großer, leerer Platz auf dem verstreut alte Fernsehgeräte und zerknüllte Zahlungsbescheide liegen / ComfyUI - flux1-schnell-fp8

Fällt die ORF-Haushaltsabgabe mit der neuen Regierung?

Blog 27. Jänner 2025

Wie in meinem Blogbeitrag Streichung der ORF Landesabgabe geplant bereits geschrieben, ist Bewegung sowohl in das Thema Landesabgabe als auch in die Haushaltsabgabe selbst gekommen.
Auch letzte Woche war die Politik nicht untätig und hat weiter über das leidige Thema Haushaltsabgabe gesprochen.

 

Ringen um Regierung: Fällt ORF-Abgabe noch diese Woche?

In den Regierungsverhandlungen von FPÖ und ÖVP könnte schon in den nächsten Tagen eine brisante Entscheidung über die ORF-Gebühr fallen.
Heute Artikel 1 lesen

Heute Artikel 2 lesen

Achtung:
Vergesst nicht, die Umfrage "183,60 Euro im Jahr: Wie findest du die Höhe der ORF-Haushaltsabgabe?" am Anfang des Heute Artikels 1 zu beantworten.

 

Abschaffung der ORF-Zwangsgebühr: Wird die FPÖ das Tauziehen gegen die ÖVP gewinnen?

Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP wird es diese Woche auch um ein Thema gehen, das vielen Österreichern auf den Nägeln brennt: die ORF-Gebühr. Wird sie fallen?
Exxpress Artikel lesen

Achtung:
Vergesst nicht, die Umfrage "Befürworten Sie die Beibehaltung der ORF-Haushaltsabgabe?" am Ende des Exxpress Artikels zu beantworten.

 

Sender am Scheideweg
ORF als blau-schwarzer Zankapfel in Verhandlungen

Die designierten Regierungsparteien FPÖ und ÖVP befinden sich aktuell in regen Verhandlungen bezüglich der künftigen Medienpolitik. Größter Zankapfel ist der ORF, dem 2025 einige markante Änderungen drohen.
Krone Artikel lesen

 

Blauer Sparplan: Jedem dritten ORF-Mitarbeiter droht Kündigung

Von den 3.000 Mitarbeitern im ORF müssten 1.000 mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes rechnen - das soll laut ORF-Quellen aufgrund der Sparpläne der neuen FPÖ-ÖVP-Regierung nötig sein. Fix ist: Es sollen 150 Millionen Euro eingespart werden, die Zwangsgebühr dürfte auch wegfallen.
exxtra24 Artikel 1 lesen
exxtra24 Artikel 2 lesen

 

Meinung:
Endlich bekommt das Thema Haushaltsabgabe die Aufmerksamkeit, die es eigentlich schon seit langem haben müsste!
Besonders spannend fand ich im Heute sowie Exxpress Artikel, dass ORF-Generaldirektor Roland Weißmann seine Belegschaft um "besonderes Augenmerk auf die Einhaltung des Objektivitätsgebots" ersuchte. Als ob dies keine Selbstverständlichkeit sein sollte und ein Teil der aktuellen Debatte auf eben dieses fehlende Objektivitätsgebot zurückzuführen ist.
Exxtra24 ging auch auf das Thema Mitarbeiterabbau ein. Es wird endlich Zeit, diesen aufgeblasenen Wasserkopf mit ca. 10-mal mehr Mitarbeitern als z.B. ServusTV zu verschlanken und nicht nur die horrenden Gehälter der Landesdirektoren sondern auch die der Mitarbeiter (durchschnittliches Einkommen pro Jahr: 91.400€ brutto ¹) auf ein vernünftiges Mittelmaß zu kürzen.

Na Hr. Weißmann, wer ist jetzt am Murren?

 

¹ Quelle: https://exxpress.at/politik/juristen-fordern-in-offenem-brief-kuerzung-der-ueppigen-orf-gehaelter/

Eine stille Nacht im Wald mit fallendem Schnee
Robert Zerbe / Eine stille Nacht im Wald mit fallendem Schnee / ComfyUI - flux1-schnell-fp8

Stille Nacht - Ein Gastbeitrag

Blog 19. Jänner 2025

Ich freue mich, einen ersten Gastbeitrag von T. Freiherr ¹ von der Webseite ORF-Watch auf meiner Webseite veröffentlichen zu dürfen.
Schaut dort auch mal für weitere interessante Artikel rein!

 

T. Freiherr (So, 06.10.2024)

Stille Nacht

Es ist still geworden, in Bezug auf den Widerstand gegen das ORF-Beitrags-Gesetz 2024. Der VfGH hat Individualanträge (unbearbeitet) formal zurückgewiesen, weil der reguläre Rechtsweg durch die Instanzen zumutbar ist (vgl. VfGH G 17/2024 vom 12.06.2024).

Ich habe den Eindruck, dass dabei nicht berücksichtigt wurde, dass Dr. Ernst Swoboda (Jurist, VÖP Präsident und Kronehit-CEO) im Jahre 2015 mit seinem Anliegen auf dem regulären Rechtsweg gescheitert ist, weil die GIS ihm als erste Instanz keinen Bescheid ausgestellt hat, trotz Säumnisbeschwerde, die von BVwG und VwGH bestätigt wurde.

Andernfalls hätten wir nämlich die verfassungsrechtliche Überprüfung des § 31 Abs. 10 ORF-G (alt) schon sechs Jahre zuvor erlebt; Urheber der Verfassungszweifel ist also keinesfalls der ORF. Und die oben genannte VfGH-Abweisung erweckt bei braven Bürgern das Gefühl, dass ORF und GIS juristisch bevorzugt werden. Denn wenn dem Antrag des ORF nach wenigen Monaten stattgegeben wird, während in gleicher Causa der Privatperson auf dem regulären Rechtsweg nach vier Jahren noch nicht einmal das ordentliche Verwaltungsverfahren eröffnet wurde, dann kann man wohl kaum von Gleichbehandlung sprechen.

Der VfGH hätte diesen Sachverhalt in der Urteilsbegründung zumindest erwähnen können. Ich selbst warte übrigens ebenfalls nach Säumnisbeschwerde noch immer auf meinen im Februar beantragten Bescheid.

Seit dem 22.08.2024 sind jetzt auch erste Entscheidungen des BVwG bekannt (z.B: I423 2296154-1/2E, I414 2295846-1/2E oder W147 2296318-1/2E), mit denen Bescheidbeschwerden abgewiesen werden, jeweils individuell durch Einzelrichter, jedoch alle mit ähnlicher Begründung. Seither sind die Social-Media-Wortführer verstummt, die nicht für etwas bezahlen (wollen), was sie nicht nutzen. Haben diese etwa erkannt, dass sie in einer Solidargemeinschaft leben und in anderen Bereichen schon lange Dinge mitfinanzieren, die sie selbst nicht nutzen, z.B. Gefängnisse?

Aber konzentrieren wir uns auf das Wesentliche. Das BVwG sieht es als erwiesen an, dass die Höhe des ORF-Beitrags mit 15,30 € monatlich korrekt bestimmt ist und beruft sich auf § 31 Abs. 19 ORF-G (2024). Dort ist die Höhe des maximalen ORF-Beitrags normiert, für den Zeitraum 2024 bis 2026. Und die Bestimmungen des § 31 Abs. 1 bis 10e ORF-G (2024) werden als Normierungen mit zeitlicher Begrenzung betrachtet, was aus dem Gesetzestext in keiner Weise hervorgeht; insbesondere fehlt eine Angabe, ab wann die zeitliche Einschränkung "zukünftig" beginnen soll. Liebe BVwG-Einzelrichter, an diesen Stellen ward ihr ein wenig zu kreativ.

Krasser aber ist die Rechtsauffassung des BVwG zur Vereinbarkeit des ORF-Beitrags mit den Anforderungen des EU-Beihilfenrechts. Hier folgt das Gericht den Ausführungen der Regierung und begründet, dass es durch die neue Finanzierung des öffentlichen Rundfunks zu keiner wesentlichen Änderung einer bestehenden Beihilfe kommt und deshalb keine formale Notifikationspflicht gegenüber der Europäischen Kommission bestünde; es wird auf das Urteil vom 13. Dezember 2018, C-492/17, Südwestrundfunk, des EuGH verwiesen.

Dabei wurde offensichtlich übersehen, dass im § 31 Abs. 11 bis 16 ORF-G (2024) Kompensationszahlungen für den Vorsteuerabzug vorgesehen sind, die aus dem Staatsbudget geleistet werden und nur ein einzelnes Medienunternehmen betreffen. Entsprechende Beihilfen hat es bisher nicht gegeben. Allein aufgrund dieser Neuregelungen besteht die o.g. Notifikationspflicht, was seit dem Gutachten bekannt ist, welches Prof. C. Urtz am 25.05.2023 für den Verfassungsausschuss formuliert hat.

Noch unerklärlicher wird die Rechtsauffassung des BVwG wenn man bedenkt, dass die Beihilfenentscheidung K (2009) 8113 im Verfahren E 2/2008 der Europäischen Kommission auf der damals aktuellen Rechtslage beruht, also auf dem RGG. Dieses verweist in seinem § 1 Abs. 1 auf das BVG-Rundfunk. Dadurch wird eine synallagmatische Austauschbeziehung normiert. Dem Rundfunkteilnehmer wird im Gegenzug zu seinen Beitragszahlungen die Veranstaltung von Rundfunk im Sinne des Art. 1 Abs. 1 BVG-Rundfunk in Aussicht gestellt und dieser Rundfunk muss den Normierungen im bundesweiten Ausführungsgesetz gemäß Art. 1 Abs. 2 leg. cit. entsprechen.

Im neuen ORF-Beitrags-Gesetz 2024 fehlt ein entsprechender Verweis. Eine Gegenleistung, die die Beitragszahler erwarten können, ist nicht definiert. Ohne Leistungsdefinition können keine (Netto-)Kosten ermittelt werden.

Im ORF-Beitrags-Gesetz 2024 wird also keinesfalls eine zum RGG gleichwertige Folgefinanzierung normiert sondern vielmehr eine völlig neuartige Finanzierungsform, die in Europa beispiellos ist. Folglich besteht - entgegen der Rechtsauffassung von BVwG und Regierung - unbedingt eine formale Notifikationspflicht gegenüber der Europäischen Kommission gemäß Art. 108 Abs. 3 AEUV. Meldung und wettbewerbsrechtliche Überprüfung sind noch ausständig, was aktuell - bis die Kommission einen abschließenden Beschluss erlassen hat - die Anwendung des Gesetzes ausschließt und folglich die Rückzahlung der bisher unrechtmäßig vorgeschriebenen Beiträge zur Folge hat.

Und schließlich kann es auch nicht im Sinne des nationalen Gesetzgebers sein, dass der ORF aufgrund der fehlenden Auftragsdefinition selbst dann noch staatlich subventioniert und durch die vorgeschriebenen Beitragszahlungen teilfinanziert wird, wenn Unvereinbarkeiten mit dem BVG-Rundfunk und/oder dem ORF-G (2024) bestehen. Diesbezügliche verfassungsrechtliche Überprüfungen sind ausständig und notwendig.

Liebe Leser, bitte lassen Sie sich nicht verunsichern. Der Widerstand gegen das ORF-Beitrags-Gesetz 2024 ist keinesfalls vergebens oder vorbei. Vielmehr ist Ihre Bescheidanforderung (und die Einstellung der Zahlungen) heute wichtiger denn je, damit den staatlichen Organen verdeutlicht wird, dass mündige Rundfunkteilnehmer weder murren noch zahlen, sondern mit legalen Mitteln für ihre Rechte und die Rechtsstaatlichkeit der Nation zu kämpfen verstehen.

 

Meinung:
Ein eindrücklicher Gastbeitrag, der tief in die Materie eintaucht und deutlich macht, dass Widerstand nicht aussichtslos, sondern berechtigt und notwendig ist, um Rechtsstaatlichkeit und Transparenz zu gewährleisten. Der Artikel verzichtet auf emotionale Argumente wie "Ich nutze es nicht, also zahle ich auch nicht" und fokussiert sich stattdessen auf sachliche Aspekte, Fakten und die geltende Rechtslage.
Danke an dieser Stelle noch einmal für die Möglichkeit der Veröffentlichung.

 

¹ Quelle: https://www.orf-watch.at/Debatte/2024/10/stille-nacht

Ein einsamer, fest verwurzelter Baum auf einer windgepeitschten Klippe
Robert Zerbe / Ein einsamer, fest verwurzelter Baum auf einer windgepeitschten Klippe / ComfyUI - flux1-schnell-fp8

Warum sich Widerstand in 2025 noch mehr lohnt!

Blog 17. Jänner 2025

Dafür, dass sich der Widerstand gegen die OBS im Jahr 2025 noch mehr lohnt, gibt es verschiedene Gründe:

  1. Der ORF kann erst wieder ab 2027 eine Beitragserhöhung beantragen, wie ich in meinem Blogbeitrag ORF nimmt aus Haushaltsabgabe weniger ein als erwartet bereits geschrieben hatte. Das bedeutet: Jeder Euro, der dem ORF fehlt, tut richtig weh und zwingt ihn eher dazu, die vielen Ungerechtigkeiten und Missstände zu beheben.
  2. Eine Rückzahlung bereits gezahlter Zwangsbeiträge ist eher unwahrscheinlich. Wer jedoch – wie in der Widerstandsmöglichkeit Zahlung unter Vorbehalt beschrieben – nur unter Vorbehalt zahlt oder überhaupt nicht zahlt, hat bessere Chancen. Statt einer Zahlung kann man den gerichtlichen Weg einschlagen, einen Bescheid anfordern und anschließend Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Bescheid einreichen. Sollte das ORF-Beitrags-Gesetz 2024 doch noch fallen, bleibt einem so am Ende mehr Geld übrig. Weitere Informationen zum Thema Rückzahlung unwahrscheinlich findet ihr hier: YouTube-Video anschauen (JusProfi)
  3. Auch in 2025 macht die OBS weiter wie bisher und hält sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben. Es werden weiterhin ungerechtfertigte Mahnungen und/oder vollstreckbare Rückstandsausweise verschickt, obwohl bereits Bescheide verlangt wurden.
  4. Die Kanzlei Scheer hat eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Sie rechnet damit, dass im Frühjahr/Sommer eine Entscheidung über diese Verfassungsgerichtshof-Beschwerde erfolgen wird. Sollte diese erfolgreich sein, bedeutet das allerdings nicht, dass alle bisherigen Verfahren aufgehoben werden. Das heißt, jeder muss weiterhin Rechtsmittel einlegen und für sein Recht kämpfen!

 

Meinung:
Für mich gilt auch in 2025 ganz klar Widerstand gegen das ORF-Beitrags-Gesetz 2024 zu leisten.

Eine Community die sich gegenseitig unterstützt, umgeben vom Text Together Stronger
Robert Zerbe / Zusammen sind wir stärker / ComfyUI - flux1-schnell-fp8

Möglichkeiten der Unterstützung durch die Community

Blog 14. Jänner 2025

Wenn ihr mich unterstützen möchtet, könnt ihr dies auf folgende Weise tun:

  • Schickt mir eure Fragen, die euch in Bezug auf die OBS und den ORF beschäftigen
  • Teilt mir Informationen über die OBS und den ORF mit, die ihr gerne veröffentlicht sehen möchtet
  • Schickt mir Vorschläge für weitere Möglichkeiten des Widerstands

Außerdem könnt ihr meinen Beschwerde- & Klageweg über meine Amazon Wunschliste oder Buy Me a Coffee unterstützen.

Steiermark in Österreich
TUBS / Steiermark in Österreich / CC BY-SA 3.0: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Streichung der ORF Landesabgabe geplant

Blog 11. Jänner 2025

Es kommt wieder Bewegung in die Politik. Nach der Steiermarkwahl und der nun anstehenden Regierungsbeteiligung der FPÖ wurde im Regierungsprogramm für die Steiermark ¹ offenbar vereinbart, die Landesabgabe abzuschaffen.
Für viele Menschen könnte dies eine Entlastung sein, wenn die Kosten von jährlich 240€ auf 183,60€ gesenkt werden.
Zumal aktuell nur 75 Prozent ² der Landesabgabe im Kulturbudget landen. Da frage ich mich doch direkt: Was passiert mit dem Rest des Geldes, welches eigentlich zweckgebunden sein sollte?
Diese und die Frage zur Ungerechtigkeit könnte ich eigentlich mal dem ORF stellen!

 

Meinung:
Hoffentlich wird dies bald umgesetzt und die Ungerechtigkeit, dass nur das Burgenland, Kärnten, Steiermark und Tirol die Landesabgabe zahlen müssen, somit korrigiert.
Entweder müssen alle Bundesländer zahlen oder keines!

 

¹ Quelle: Arbeitsübereinkommen der FPÖ Steiermark und der Steirischen Volkspartei 2024–2029 (Seite 73)
² Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3285984/

Eine große Menschenmenge fordert ein Volksbegehren
Robert Zerbe / Eine große Menschenmenge fordert ein Volksbegehren / ComfyUI - flux1-schnell-fp8

Update zum Volksbegehren "ORF-Haushaltsabgabe NEIN"

Blog 08. Jänner 2025

Bei den verschiedenen Möglichkeiten des Widerstands habe ich auch die Möglichkeit Volksbegehren zu unterschreiben aufgelistet.
Nun gibt es zum Volksbegehren "ORF-Haushaltsabgabe NEIN" ein Update.

 

Der Bundesminister für Inneres hat am 7. November 2024 einem Antrag auf Einleitung des Verfahrens für ein Volksbegehren mit der Kurzbezeichnung

"ORF-Haushaltsabgabe NEIN"

stattgegeben; gleichzeitig hat er hierzu festgelegt:

 Beginn des Eintragungszeitraumes: 31. März 2025
 Ende des Eintragungszeitraumes: 7. April 2025
 Stichtag: 24. Februar 2025

Quelle: https://www.bmi.gv.at/411/Volksbegehren_der_XX_Gesetzgebungsperiode/ORF-Haushaltsabgabe_NEIN/start.aspx

 

Meinung:
Endlich kommt mal Bewegung in ein Volksbegehren rein!
Ich habe mir den Beginn des Eintragungszeitraumes bereits im Kalender markiert. Nutzt unbedingt die Möglichkeit und unterschreibt entweder in eurer nächstgelegen Servicestelle, in jeder beliebigen Gemeinde oder online via oesterreich.gv.at (App Digitales Amt (ehemals ID Austria) oder EU Login erforderlich).
Dafür müsst ihr allerdings österreichischer Staatsbürger sein. Aufgrund einer Neuerung können nun auch Auslandsösterreicher Volksbegehren online unterstützen und dafür unterschreiben.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmal auf meinen Blogbeitrag Volksbegehren ORF-Gehälter beschränken! hinweisen.

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